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Friday, July 29, 2022

A Summery

Musik ist die Fähigkeit des Menschen, Schallwellen mit Bedeutung aufzuladen, sie als Bedeutungsträger zu gestalten, zu nutzen und ihnen Identitätskonkretheit und kulturelle Verbindlichkeit zuzuschreiben. Aufgabe der Musikforschung ist es, sonische Bedeutungsträger in ihrem kulturellen Kontext zu beobachten, zu beschreiben und gegebenenfalls didaktische Vermittlungsentwürfe auf der Basis einfühlender Erfahrungsorientierung anzubieten.

Wenn wir als außenstehende Beobachter*innen Diskurse über Begrifflichkeiten verfolgen, stellen wir zusammenfassend fest, dass das Ringen um eine Erklärung hinsichtlich eines Begriffs erfolglos bleibt. Es zeigt im wesentlichen verschiedene Bedeutungszuweisungen von Menschen, Geisteswissenschaftlern mit ganz unterschiedlichen Perspektiven auf bestimmte Termini. Das überrascht nicht, denn die verinselten Gehirne von menschlichen Beobachtern können ja nichts anderes wahrnehmen und beschreiben als das, was sie aufgrund ihrer Sozialisation und Kulturalisierung verinnerlicht haben und sei es mit noch so ausgeprägter, im Wissenschaftsbetrieb erworbener Fähigkeit zu mentaler Distanzierung. Letztlich geht es dann doch wieder um Machtgefüge, einen mehr oder minder sportlich fairen Wettkampf darum, wessen Bedeutungszuschreibung das Zeug hat, sich durchzusetzen. Unternimmt man das mentale Experiment, Machtdominanz wegzudenken, lässt sich eigentlich nur folgern, dass eine Annäherung an einen Begriff aus der Summe der diskursiv motivierten Einzelperspektiven bestehen könnte, die sich mehr oder minder unscharf und in unendlicher Annäherung auf ihn zubewegen.



Music is the human ability to charge sound waves with meaning, to shape them as carriers of meaning, to use them, and to ascribe to them concreteness of identity and cultural commitment. It is the task of music research to observe sonic carriers of meaning in their cultural context, to describe them and, if necessary, to offer didactic mediation designs on the basis of empathetic experience orientation.

When we, as outside observers, follow discourses on terminology, we notice in summary that the struggle for an explanation regarding a term remains unsuccessful. It essentially shows different assignments of meaning by people, humanities scholars with very different perspectives on certain terms. This is not surprising, because the insular brains of human observers cannot perceive and describe anything other than what they have internalized due to their socialization and culturalization, and be it with even the most pronounced ability for mental distancing acquired in the academic field. Ultimately, it is again a matter of power structures, a more or less sportingly fair competition about whose attribution of meaning has what it takes to prevail. If one undertakes the mental experiment of thinking away power dominance, one can actually only conclude that an approach to a concept could consist of the sum of discursively motivated individual perspectives that move toward it in a more or less blurred and infinite approximation.

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